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DER KLEINE FARBKNIGGE


„Wenn's die Farbe wäre, wäre der Esel eine Nachtigall“, lautet ein Sprichwort. Will sagen: Es kommt nicht auf die Farbe allein an, sondern auch, in welchem Zusammenhang sie gebraucht wird. Ein durchdachtes Farbkonzept unterstreicht nicht nur die Unternehmensidentität, sondern verbessert auch die Arbeitsatmosphäre. Was gibt es dabei zu beachten?

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Beim Stichwort „Knigge“ horchen viele auf: „Das ist doch der mit den Benimmregeln?“ Dabei hat Namensgeber Adolph Freiherr Knigge (1752–1796) keineswegs starre Prinzipien für richtiges Verhalten aufgestellt. Sein Werk „Über den Umgang mit Menschen“ von 1788 beschreibt vielmehr, dass wir im täglichen Umgang Rücksicht auf die Bedürfnisse des anderen nehmen sollen.

Wo, wenn nicht am Arbeitsplatz, könnte dieser Gedanke bessere Anwendung finden? Schließlich geht es hier – trotz spezifischer Branchenunterschiede – deutlich förmlicher zu als im Privatleben. Durch Farbe bekommen Räume ein individuelles Gesicht und die richtige Atmosphäre. Der positive Einfluss von Farbe auf Gesundheit und Stimmung ist seit Jahrhunderten bekannt. Etwa 100.000 Farben kann das menschliche Auge unterscheiden. Aber welche ist die richtige?

Know-how des Einrichters nutzen
Patentrezepte dafür gibt es nicht. Genauso wenig, wie der perfekte Arbeitsplatz mit Stühlen, Tischen und Leuchten zufällig entsteht, ist auch ein stimmiges Farbkonzept immer das Ergebnis fachgerechter Planung. „Was nützen mir die Farben, wenn ich nicht weiß, was ich malen soll?“ fragte schon im 16. Jahrhundert der französische Philosoph Michel de Montaigne. Deshalb berücksichtigt eine gute Farbberatung mindestens drei Aspekte. Das Corporate-Design eines Unternehmens gibt die Richtung vor. Hinzu kommt die gewünschte Ästhetik. Denn eine gelungene Farbgestaltung entsteht erst durch das harmonische Zusammenspiel verschiedener Faktoren: Raumgröße, Zuschnitt, Möblierung und Lichtbedingungen. Zu guter Letzt das Anforderungsprofil: Welche Arbeitsatmosphäre soll unterstützt werden?

Von beruhigend bis anregend
„Gerade im Office-Bereich ist die Raumfunktion oft vorgegeben. Ich entwickle dann ein Farbkonzept, das diese Rahmenbedingungen berücksichtigt“, erklärt Architektin und Farbberaterin Jutta Frank. Die Bandbreite reicht von beruhigend bis anregend. Und für jede Stimmung gibt es ganz unterschiedliche Farbkonzepte – von „scharfen“ Kontrasten bis zu „weichen“ Abstufungen. Diese können innerhalb eines Unternehmens variieren – etwa von Großraum- zu Chefbüro oder von repräsentativen Empfangsbereichen zu Aufenthalts- oder Konferenzräumen.

Grundsätzliche Denkverbote gibt es keine. Doch wer sich von Anfang kompetent beraten lässt, hat die sicherste Basis für eine optimale Arbeitsumgebung. Aus diesem Grund ist die Expertise der creativen inneneinrichter hier immer wieder gefragt.




 
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